Aktualisiert: Oktober 2021

badeingang 09 21Seit Anfang September 2021 ist das zum Abriss vorgesehene Unterrather Hallenbad nach über halbjähriger Corona-Zwangspause wieder für den Schwimmbetrieb offen. Sauna, Massagebreich und und Bistro bleiben geschlossen. Das Planungsamt stellte in der Bezirksvertretung die Neubaupläne und Überlegungen für die Gestaltung des Umfeldes und der zukünftigen Nutzung des bisherigen Hallenbad-Geländes vor.

Bürger und Politiker fragen sich: Hält das das 54 Jahre alte „Gartenhallenbad Unterrath“ bis zur Eröffnung des Neubaus durch?

 

Inhaltsverzeichnis

Neues Hallenbad neben neuem REWE-Supermarkt
Photovoltaik, grüne Dächer und Kinderrutsche
Wann wird das neue Bad eröffnet?
Altes Hallenbad, Einzelhandel und Verkehr - wie geht es weiter?
Kleine Geschichte des Unterrather Hallenbades

 

Neues Hallenbad neben neuem REWE-Supermarkt

Weil sich eine umfassende Renovierung des in die Jahre gekommenen Unterrather Bades nicht lohnt, hat der Rat der Stadt Düsseldorf im Januar 2020 einen Neubau an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp beschlossen.

Foto 2021

So sieht die aktuelle Bauplanung aus: Links der REWE-Neubau, rechts das neue Hallenbad, dahinter gemeinsame Parkplätze, davor eine barrierefrei Haltestelle für die Straßenbahnen der Linien 707 und 705 Richtung Unterrath S-Bahnhof.( Haltestelle Gegenrichtung an der Kalkumer Straße)       Animation: baues architekten

Der Neubau des Hallenbades entsteht ca. 50 - 100 Meter hinter der Unterrather Stadtteilgrenze auf dem bisherigen Gelände des REWE-Supermarktes. Daneben, direkt an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp (früher "toom") baut REWE einen neuen Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von bis zu 2000 qm.

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Photovoltaik, grüne Dächer und Kinderrutsche

Der REWE-Markt ist als "Green Building" nachhaltig konzipiert. Er soll im Betrieb CO2-neutal sein, u.a. durch Wärmerückgewinnung und Einsatz von Solarstrom.

Das Hallenbad ist lt. Planungsamt als "energieeffizientes, barrierefreies und zukunftsfähiges" Gebäude konzipiert. Nach Protesten von Bürgern und Politikern an einem reinen „Sportbad“ werden die im alten Bad bei Kindern so beliebte Rutsche, der Kleinkinderbereich und der Whirlpool mit 36 Grad warmem Wasser doch erhalten, nicht aber die Sauna.

Bei beiden Gebäuden sollen Fassadenbereiche und Dächer begrünt und mit Photovoltaikanlagen bestückt werden.

Beide Gebäude verbindet ein großzügig dimensionierter Fußgängerbereich mit Außengastronomie und Abstellplätzen für Räder und Lastenräder.

Auf dem gemeinsamen Parkplatz mit Ein- und Ausfahrten zur Kalkumer Straße und zur "Piwipp" sorgen Feldahorn, Spitzahorn und Baumhasel für Grün und Schatten.

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Wann wird das neue Bad eröffnet?

Nach dem Willen des Rates soll mit der Schließung des alten Bades das neue eröffnet werden. Das ist besonders wichtig für die Kontinuität des Schwimmunterrichts für eine Reihe von Düsseldorfer Schulen. Geplant war der fließende Übergang zunächst für den Sommer 2023. Laut Bäderchef Christoph Schlupkothen könnte sich das aber bis 2025 verzögern.

Bis dahin "bemüht" sich die Bädergwesellschaft, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Marcus Werner, Leiter Services bei der Bädergesellschaft, räumt  ein: "Allerdings handelt es sich um ein Stadtteilbad, welches aufgrund seines Baujahres jederzeit ausfallen kann.“

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Altes Hallenbad, Einzelhandel und Verkehr - wie geht es weiter?

Im Bereich An der Piwipp / Kalkumer Straße / Thewissenweg soll sich neben REWE, Aldi, dem Getränkemarkt und dem Zoo-Fachmarkt kein weiterer großer Einzelhandelsbetrieb mehr ansiedeln. Dadurch sollen sich die bestehenden kleineren Geschäfte halten und weiterentwickeln können.

Die Bezirksvertretung fordert außerdem, den Kreuzungsbereich auszubauen. Um die „Piwipp“ nicht zu überlasten, sollte der Anlieferverkehr über den Großmarkt geführt werden.

Für die öffentliche Erörterung sollen die Änderungen des Flächenplanes wegen der Corona-Einschränkungen ausgehängt und ein „Angebot zur Erörterung der Planung“ geschaffen werden. Wann und wie das konkret geschieht, muss der Planungsausschuss des Rates noch festlegen.

Politiker rechnen derzeit mit endgültigen Beschlüssen im Laufe des Jahres 2022. Erst dann kann der Bau beginnen.

Unterr Tor

Leider keine neuen Nachrichten gibt es zu den Eckgrundstücken an der Kalkumer Straße (Foto). Nachdem Hochhaus-Pläne für ein „Unterrather Tor“ abgelehnt wurden, ist nach Aussagen eines Planungsamtsvertreters in der Berzirksvertretung 6 dieser derzeit nicht dazu zu bewegen, neue Pläne vorzulegen.

hallenbad aussenAm Standort des bisherigen Hallenbades sollen laut Beschluss der BV 6 das Schwimmbadareal, Grundstücke der Stadtteilbücherei mit VHS, des Zentrum Plus und weitere Flächen zwischen Mettlacher, Zaberner-, Kalkumer- und Eckener Straße zu einem „echten Stadtteilzentrum für Unterrath mit hoher Aufenthaltsqualität“ gestaltet werden. Auch dafür gibt es derzeit keine konkreten Planungen. Im Vorfeld der Beratungen sollte es bereits 2020 einen öffentlichen Workshop geben. Ein neuer Termin ist noch offen.

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Kleine Geschichte des Unterrather Hallenbades

Das Unterrather Hallenbad war nach Gerresheim das zweite in der Bauweise eines Düsseldorfer „Einheits-Bezirkshallenbad-Typs“. Eine Besonderheit ist die Außenanlage mit Liegewiese. Deshalb bezeichnete es der Wiener Architekt Prof. Grünberger im Mai 1967 bei der Übergabe  an den damaligen OB Willi Becker als "Gartenhallenbad" - und leerte bei der Eröffnung ein Glas Badewasser auf „Ex“.

Das dritte Bad dieses Typs folgte Ende 1967 in Oberkassel. Es wurde bereits im Februar 2015 wegen Einsturzgefahr geschlossen. Der Neubau, das „Rheinblick 741“, öffnete am 28. August 2021.

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Hier geht’s zur ausführlichen Geschichte der bisherigen Hallenbad-Neubau und Stadtteil-Planung.