Auf der Kalkumer Straße, einer der Hauptverkehrsachsen zwischen dem Düsseldorfer Norden und der City, verlegen die Stadtwerke seit Juli eine Fernwärmeleitung zum Flughafen. Bis Anfang 2020 soll alles fertig sein.

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Quelle Statwerke Düsseldorf

Der Abschnitt durch Unterrath ist Teil einer 4,6 Kilometer langen Erweiterung des bestehenden Fernwärmenetzes. An mehreren Punkten starteten dazu rund 150 Meter langen Wander-Baustellen. An mehreren Stellen wechseln die Rohre unter den Rheinbahn-Gleisen hindurch die Straßenseite. Im Laufe des nächsten Jahres soll dann die durchgehende Rohrleitung fertig werden.

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Straßenbahnen können ungehindert weiterfahren, Autofahrern steht streckenweise nur eine Fahrspur mit Tempo 30 zur Verfügung. Immer wieder entfallen Parkplätze, und Grundstückszufahrten werden blockiert.

Verlegt werden zwei isolierte Stahlrohre mit einem Innendurchmesser von 40 cm. Durch das eine wird später bis zu 126 Grad heißes Wasser Richtung Flughafen gepresst, durch das andere fließt über 90 Grad heißes Wasser zurück. Am Airport sollen so anfangs 20 Großgebäude mit Wärme versorgt werden. Das entspreche etwa dem Bedarf von 100 Einfamilienhäusern, so Airport-Geschäftsführer Michael Hammé.

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Inzwischen wird in der Bezirksvertretung 6 die Frage diskutiert, ob an diese Leitung weitere Kunden in Unterrath angeschlossen werden. Neben Privathaushalten könnte das etwa das neu zu bauende Hallenbad sein. Das Fazit einer offiziellen Anfrage und von Rückfragen lautet: Der Anschluss weiterer Kunden wäre möglich, ohne dass neue Leitungen verlegt werden müssten. Das wäre allerdings mit so genannten „Ertüchtigungsmaßnahmen im Netz verbunden (ggf. auch Pumpen), deren Auswirkungen auf die Anwohnerinnen und Anwohner im Vergleich zu den derzeitigen Baumaßnahmen aber deutlich geringer wären.“

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Angesichts des geplanten bzw. bereits begonnenen Ausbaus von Fernwärmenetzen für Privathaushalte in Bilk, Friedrichstadt und Unterbilk schlägt der Fachverband Sanitär Heizung Klima NRW durchaus kritische Töne an. Die Handwerker-Organisation meint, wer sein Haus an das Fernwärmenetz anschließt, habe keine Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Netzbetreibern und Energieträgern wie Strom oder Gas. Wörtlich: „Das Heizsystem liegt praktisch in fremder Hand. Ein Ausstieg aus der Fernwärme ist grundsätzlich nicht vorgesehen.“

Sollte sich eines Tages in Unterrath die Anschlussmöglichkeit an das Fernwärmenetz bieten, wird auch der RVDU der Frage nachgehen, welches die bessere Alternative ist: Fernwärme oder die eigene Heizung.