REWE Bad Vogel WEB G

Animation: baues architekten/Beschriftung RVDU

Zwei Stadtteile, vier Flächen: Im Norden und Süden der Kalkumer Straße soll neues Baurecht neue Chancen für die Zukunft Unterraths schaffen. Einbezogen ist auch das Areal südlich der "Piwipp" mit Rewe, Toom, Trinkgut und Aldi. Es liegt zwar in Derendorf, gehört aber für viele Unterrather „gefühlt“ zu ihrem Stadtteil.

Inhaltsverzeichnis

Aktueller Stand
1. Worum geht es ?
2. Die Plangebiete im Detail.
    2 a Plangebiet 1
    2 b Plangebiete 2 und 3
    2 c Plangebiet 4
3 Workshop am 6.11. 2018.
    3 a Beschluss der Bezirksvertretung 6
    3 b Bericht der RVDU-
         Vorsitzenden Luzia Busemann
    3 c Das Rewe-Konzept
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Aktueller Stand

REWE Front WEBBeim Workshop am 6. November stellte das Architekturbüro "baues architekten" einen Konzeptentwurf für den neuen Rewe-Markt auf dem bisherigen Toom-Gelände an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp mit dem neuen Hallenbad nebenan vor. Zum Workshop-Bericht

Animation: baues architekten

Die Stadtverwaltung wertet derzeit das Ergebnis dieses Workshops
aus und leitet dann das förmliche Bebauungsplanverfahren mit Bürgerbeteiligung ein.  

Noch bis Ende November können Interessenten per Email-Adresse  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ihre Ideen und Wünsche an das Planungsamt schicken.

 

1. Worum geht es?

Plan WEBDer Stadtplan-Ausschnitt zeigt eine Übersicht über die vier Plangebiete. Sie wurden in einem Bebauungs-
plan-Verfahren zusammengefasst.

Plangebiet 1 betrifft die Fläche rund um das bestehende Hallenbad in Unterrath.

Die Plangebiete 2 und 3 beziehen sich auf die Häuser an der Ecke Kalkumer-, Ulmenstraße, Thewissenweg und An der Piwipp.

Plangebiet 4 betrifft die Gesamtfläche zwischen Ulmenstraße und Mercedeswerk (nicht den daneben liegenden Großmarkt, für den es eine eigene Planung gibt) Zum Inhaltsverzeichnis

 

 

Quelle: Vermessungs- und Katasteramt

 

 2. Die Plangebiete im Detail

Plangebiet 1 WEB   2a Plangebiet 1

Für kontroverse Diskussionen sorgt vor allem die Zukunft des Unterrather Hallenbades. Es wurde 1967 gebaut und ist sanierungsbedürftig. Renovierung und Sanierung wären so teuer wie ein Neubau.

Deshalb beschloss der Stadtrat bereits 2015 einen Neubau am alten Standort. 

Luftbild Quelle: Vermessungs- und Katasteramt

Damals allerdings waren die Planungen des REWE-Konzerns an der Ecke Ulmenstr./An der Piwipp nicht bekannt. Denn sie eröffnen nun   eine Standort-Alternative auf diesem Areal  (Details siehe Plangebiet 4).

Außer dem Hallenbad stehen auf dem Plangebiet 1 auch die Bücherei und das Zentrum Plus. Mit dieser Fläche verbunden ist auch das Gelände einer ehemaligen Tankstelle. Alles zusammen bildet das letzte große Areal in Unterrath, das als „kleines Stadtteilzentrum“ gestaltet werden könnte und ausreichend Parkmöglichkeiten böte.

Hier wäre z. B. Platz für ein großes Lebensmittelgeschäft, sonstige Läden, Gastronomie und Wohnungen. Das könnte Interessenten für heute leerstehende und neue Geschäfte in der Umgebung anziehen, meinen Planungsexperten. Drei Buslinien (inklusive Metrobus) und 2 Straßenbahnlinien sorgen für optimalen ÖPNV-Anschluss.

Badeingang WEBE i n i g k e i t besteht in der Diskussion um einen Standortwechsel des Hallenbades darüber, dass die Räumlichkeiten von Bücherei, VHS und Zentrum Plus an jetziger Stelle bleiben und um einen Multifunktionssaal, Bürgersaal und/oder ein Bürgerbüro ergänzt werden könnten.
U n e i n i g k e i t herrscht darüber, ob das bestehende kleine Stadtteilzentrum besser in Verbindung mit dem Hallenbad oder mit neuen Einkaufs- und Erlebnisangeboten funktionieren würde.

Vor- und Nachteile: Einige Badegäste hätten längere, andere kürzere Anfahrtwege. Die meisten Schülerinnen und Schüler von Schulen in und um Unterrath kommen mit Schulbussen. Zu Fuß gehen derzeit wohl nur noch die Kinder von der Golzheimer Heide.
Beim Standortwechsel würde erst das neue Bad gebaut und dann das alte geschlossen. Der Schwimmbetrieb ginge nach Angaben des Planungsamtes also weiter. Beim Neubau am bisherigen Standort fiele er für bis zu drei Jahre aus. Zum Inhaltsverzeichnis

  2b Plangebiete 2 und 3

Nördlich von Thewissenweg und An der Piwipp will der Grundstücks-
eigentümer beiderseits der Kalkumer Straße neu bauen. Viele sprechen

Unt Tor WEBangesichts des heutigen Zustandes von einer „Schmuddelecke“. Die Architekten planen nun zwei attraktive Wohn- und Geschäftsgebäude als „Unterrather Tor“. Umstritten ist vor allem die Höhe der Bauten.  Zum Inhaltsverzeichnis

   2c Plangebiet 4

Luft Rewe WEBZwischen Ulmenstraße und dem Mercedes-Werk soll ein „Nahversorgungszentrum“ für Unterrath und Derendorf entwickelt werden. Bestehende Einzelhandelsbetriebe  (z. B. REWE / Aldi) bleiben, direkte Mitbewerber sollen aber nicht  hinzukommen. (Nicht dazu gehört das Großmarkt-Gelände. Hierfür werden eigene Baupläne entwickelt.)                    Luftbild Quelle: Vermessungs- und Katasteramt

Angestoßen wurde die Planung, weil der  Rewe-Konzern den ihm gehörenden Baumarkt Toom schließen will. Er sei aufgrund seiner geringen Verkaufsflächengröße nicht mehr zeitgemäß, heißt es. An dieser Stelle soll ein neuer, modernen Ansprüchen gerecht werdender REWE entstehen. Das jetzige REWE-Gelände wäre dann frei für einen Hallenbadbau.

Zufahrt REWE WEBGleichzeitig soll auf dem gesamten Gelände die „Aufenthaltsqualität“ verbessert werden. Dazu gehörten z. B. Grün, Flanierwege, Ruhebereiche oder Parkplätze). Einbezogen werden sollen dabei die Belange der bestehenden Wohnquartiere.  Zum Inhaltsverzeichnis

 

3. Workshop am 6.11. 2018

Die Bezirksvertretungen 6 (zuständig u. a. für Unterrath) und 1 (zuständig u. a. für Derendorf) hatten die „Öffentlichkeitsbeteiligung in Form eines Workshops“ beschlossen. Dabei konnten sich die Bürger zu unterschiedlichen Planungskonzepten äußern, bevor die zuständigen Gremien und der Rat endgültig entscheiden.

Der RVDU hatte im Vorfeld mit einem Flyer über die Planungsgrundlagen informiert und zur Teilnahme am Workshop aufgerufen. (Download Flyer)

   3 a Einstimmiger Beschluss der Bezirksvertretung 6

Workshopverfahren Informationsvorlage 61/ 91/2018  vom "Südlich An der Piwipp - Unterrather Hallenbad", zur Sitzung der Bezirksvertretung 6 am 1. Juli 2018:

Die Bezirksvertretung 6 wird gem. § 3 Abs. 10 der Bezirkssatzung angehört und empfiehlt dem APS (Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung) einstimmig, die Verwaltung mit der Durchführung des in der Vorlage beschriebenen Workshopverfahrens zu beauftragen. Die Bezirksvertretung 6 bittet die Entscheidung über den Neubauort des Schwimmbades als offenes Verfahren zu gestalten und im Rahmen des Projektes schon frühzeitig die Regelung der vor Ort problematischen Verkehrsströme an der Kreuzung Ulmenstraße / An der Piwipp / Thewissenweg / Kalkumer Straße – einschließlich der Schichtwechsel bei Mercedes – mit einzubeziehen.

Abstimmungsergebnis: Einstimmig beschlossen. Zum Inhaltsverzeichnis

   3a Bericht der RVDU-Vorsitzenden Luzia Busemann

Eine große Anzahl Unterrather Bürger nahm am Workshop teil und machte deutlich:
Uns Unterrathern ist unser Stadtteil wichtig – wir kümmern uns!

Zuschke WEBMit diesem Andrang (mehr als 250 Bürger) hatte die Stadtverwaltung nicht gerechnet, und so entschuldigte sich Cornelia Zuschke, Beigeordnete für Planen, Bauen und Mobilität (Foto: Stadt Düsseldorf) als erstes für diese falsche Einschätzung. Sie betonte, dass es noch keine politischen Beschlüsse gebe, und forderte die Zuhörer auf, ihre Meinungen, Vorschläge, Wünsche und Ideen im Anschluss an die Vorstellung der Pläne zu äußern, damit diese bei den anschließenden Planungen der Stadt mit einbezogen werden könnten.

 

Christina Drenker und Claudia Dick vom Architekturbüro ISR (Innovation in Stadt und Raum) übernahmen die Moderation und stellten die Diskussionspunkte vor:  

  1. Neubau des Unterrather Hallenbades
  2. Neubauten „Unterrather Tor“
  3. Neubau Rewe mit Hallenbad an der Ulmenstraße

Zum Neubau des Hallenbades äußerte sich Roland Kettler von der Bädergesellschaft Düsseldorf. Er wies daraufhin, dass bei der Konzeption die Versorgung der Stadt mit Bädern im Blick sei und der Beirat für Vereine und Schulen sowie der Aufsichtsrat für Wirtschaftlichkeit und Effizienz an der Planung beteiligt seien.

Es gebe nach der Bürgerbefragung im Jahr 2016 eine klare Positionierung für ein familienfreundliches Bad, das auch die Versorgung der Schulen und Vereine berücksichtige und barrierefrei gebaut würde. Da es in erreichbarer Nähe mit "Münstertherme" und "Düsselstrand" ein Spaßbad, Saunen und ein Gesundheitsangebot gebe, seien weder ein Außenbecken mit Rutsche noch Whirlpool und Sauna geplant, sondern lediglich ein 25-Meter-Schwimmbecken, ein Becken mit Hubboden und ein Kinderbecken. Ein Neubau des Bades sei aus Sicht der Bädergesellschaft sowohl am bisherigen Standort Mettlacher Straße als auch an der Ulmenstraße möglich. 

In Anschluss an den Vortrag von Roland Kettler stellte Matthias Schmitz, Expansionsmanager von REWE, den Plan für einen neuen Supermarkt als Vollversorger für Unterrath vor, der als „Green building“ konzipiert würde, das regenerative Energien, Tageslichtbauweise, ökologische Baustoffe und eine Tragekonstruktion aus Holz berücksichtige. Die unmittelbare Nähe eines Hallenbades und die gemeinsame Nutzung von Parkplätzen könne er sich durchaus vorstellen. Ein Planungsbild der beiden Bauten verdeutlichte die zukünftige Lage von Supermarkt, Hallenbad, Parkplätzen und Zugängen/Zufahrten (Details unter Punkt 3b "Das Rewe-Konzept")

Anschließend stellten Geschäftsführer Jung von „Berlinhaus“ und Architekt Malchow die Planungen für das sogenannte "Unterrather Tor" vor. "Berlinhaus", ein 50 Jahre altes Familienunternehmen, ist seit 23 Jahren Besitzer der Grundstücke an der Kalkumer Straße/Ecke An der Piwipp und Thewissenweg. Geplant seien auf beiden Liegenschaften Neubauten mit beträchtlichen Höhen. Möglich seien neben Wohnungen auch Büros, Nahversorgungsgewerbe, Hotel, Restaurant/Café, Arztpraxen usw. Für die weitere Planung würden die Wünsche der Bürger einbezogen. Auch hier verdeutlichten Planungsbilder die Lage und vorstellbaren Ausmaße der Bauten.

Nun konnten sich die Zuhörer in Gruppen an verschiedenen Standorten im Gebäude zu den vorgestellten Plänen äußern. Es wurde lebhaft diskutiert über die beiden möglichen Standorte des Hallenbades, die Gestaltung deren Umgebung und die Neubauten an der Kalkumer Straße. Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie die beiden Moderatorinnen notierten die Vorschläge, Wünsche und Ideen und halfen durch gezielte Nachfragen bei der Formulierung.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Ungefähr ein Drittel der anfangs Anwesenden hörte sich zum Schluss des Workshops die Zusammenfassung der Ergebnisse an. Dabei ging es um diese Möglichkeiten:

Das Hallenbad bleibt am alten Standort: Dann soll nach den Wünschen der Bürger rundherum ein lebendiges Stadtteil-Zentrum für Wohnen, Einkauf, Gastronomie sowie einem Bürgersaal oder  Versammlungsraum entstehen. VHS und Zentrum Plus sollen darin einbezogen werden. Die Verkehrssituation müsse bei der Planung unbedingt einbezogen werden.

Das Hallenbad verschwindet am alten Standort: Dann sollten zusätzlich zu den unter 1 vorgeschlagenen Planungen weitere Nutzungen geschaffen werden. Vorgeschlagen wurden u.a. Kino/Theater und Angebote für Kinder und Jugendliche,…

Das Hallenbad wird n i c h t an der Ulmenstraße gebaut: Für diesen Fall schlagen die Bürger für das frei werdende Grundstück des jetzigen REWE-Marktes eine Ansiedlung von Handwerksbetrieben/Gewerben und Grünflächen vor. Ob mit oder ohne Hallenbad - die Verkehrssituation müsse auch hier bei der Planung unbedingt einbezogen werden.

„Unterrather Tor“: Hier wurden hauptsächlich bezahlbare Wohnungen, Einzelhandel (Bäckerei,…) Gastronomie sowie Arztpraxen für in Unterrath fehlende Kinderärzte gewünscht, auf keinen Fall Büros, ein Hotel, ein Fitness-Center oder eine Spielhalle. Große Bedeutung hat für die Bürger die Anpassung an vorhandene Bautypen, die eine maßvolle Erhöhung der Eckbauten und nicht zu moderne Fassaden berücksichtigt. Häuser mit mehr als 8 Etagen werden abgelehnt.

Fazit: Frau Zuschke dankte allen Zuhörern für die städtebaulichen Anregungen, die ein starkes Gemeinschaftsgefühl der Unterrather für ihren Stadtteil deutlich gemacht hätten. Sie habe wahrgenommen, dass es für die beiden Standorte des Hallenbades ungefähr gleich viele Stimmen gebe und vor allem die Wiederbelebung der Kalkumer Straße ein wichtiges Anliegen sei. Auch aus ihrer Sicht sei ein weitreichendes Verkehrskonzept für alle Planungsbereiche gefordert. Man werde die Anregungen nun in die Planungen der Stadt einbeziehen. Zum Inhaltsverzeichnis

  3b Rewe-Konzept

Rewe hat beim Workshop ein Konzept für eine Kombination von Lebensmittelmarkt und Hallenbad an der Ulmenstraße vorgestellt.REWE Vogelp StraWEB

Animation: baues architekten/Beschriftung RVDU

Danach werden beide Gebäude zwischen der Straße An der Piwipp und Großmarkt 9,50 Meter hoch, haben grüne Dächer und ein einheitliches Erscheinungsbild. Wie die Außenfassaden letztlich aussehen, entscheidet sich bei der konkreten Planung.

Der Rewe-Eingang von der „Piwipp“ her ist zugleich Passage zum Fußgängerbereich zwischen Markt und Hallenbad und zu 130 Parkplätzen. Zu- und Abfahrten erfolgen über Ulmenstraße und „Piwipp“. Schulbusse bekommen eine Haltebucht an der Ulmenstraße, direkt vor dem Stadtbad.

Die verbleibende Fläche bis zum Mercedeswerk wird im Bebauungsplan neu gestaltet. Auch wenn das Hallenbad nicht kommt, will Rewe seinen Markt auf das heutige Gelände von Toom, Waschstraße und Tankstelle verlagern. Zum Inhaltsverzeichnis