RVDU

Aktualisiert: Januar 2026

Die Neugestaltung des Grundstücks an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp kommt voran. Aber was wird aus dem bisherigen Hallenbad-Gelände an der Mettlacher Straße? Hier zunächst die aktuellen Fakten:

  • Der Neubau für den Rewe-Markt geht zügig voran. Die Eröffnung ist Ende 2026 geplant.
  • Daneben soll ab Herbst an der Kalkumer Straße das Ersatzbad für das marode Unterrather Hallenbad entstehen. Die Eröffnung ist für Ende 2028 geplant.
  • Auf dem jetzigen Hallenbad-Grundstück soll ein „Bürgerhaus“ entstehen? Was bleibt vom groß angekündigten „Unterrather Stadtteilzentrum“?

Foto 2021

So sieht die aktuelle Bauplanung aus: Links der REWE-Neubau auf der ehemaligen "toom"-Fläche, rechts das neue Hallenbad, dahinter gemeinsame Parkplätze, davor eine barrierefrei Haltestelle für die Straßenbahnen der Linien 707 und 705 Richtung Unterrath S-Bahnhof. ( Haltestelle Gegenrichtung an der Kalkumer Straße)       Animation: baues architekten

 
Inhaltsverzeichnis

Neuer Rewe nimmt Gestalt an
Hallenbad wird erheblich teurer
Begrünung, Photovoltaik, Parkplätze und Außengastronomie

Hält das alte Bad an der Mettlacher Straße bis dahin durch?
Bürgerhaus statt großzügigs Stadtteilzentrum?
Brief an Planungsdezernentin
Kleine Geschichte des Unterrather Hallenbades

Neuer Rewe nimmt Gestalt an

rewe rohbauBis zu 90 Meter lang und bis zu 40 m breit ist der Grundriss des neuen Rewe-Marktes an der Ecke Ulmenstraße/An der Piwipp. Über 90 bis zu drei Meter tiefe Fundamente im sandigen Heideboden tragen das Gebäude. Auf 27 Meter hohen Fertigbetonstützen (Foto vom 26.1.2026) ruhen später die Holzbinder für die Dachkonstruktion, zwischen ihnen sind bereits erste Teile der Außenwände aus Mauerwerk und Betonplatten sichtbar. Eine Bodenplatte aus Beton deckt – wie schon früher beim toom-Baumarkt - die kontaminierte Erde auf dem ehemaligen Lackfabrik-Gelände ab. Darum ist hier auch keine Tiefgarage möglich. Laut Angaben der Firma Haske-Bau aus Oelde ist der Rohbau im April abgeschlossen, im Oktober werde das Gebäude „schlüsselfertig“ an Rewe übergeben. Dann erfolgen Innenausstattung und Einbau der Ladeneinrichtung. Die Verkaufsfläche vergrößert sich von bisher ca. 1550 auf ca. 2000 Quadratmeter - das sind knapp 30% mehr. Das Warenangebot bleibt im Prinzip gleich. Die Eröffnung ist für November geplant.

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Hallenbad wird erheblich teurer

Baustart für das neue Hallenbad soll nach jüngsten Angaben im August 2026 sein, Eröffnung ab „4. Quartal 2028“. Pessimisten rechnen mit 2030. Die Kosten sind bereits von zunächst knapp 23 Millionen Euro im Jahre 2020 bis Mitte 2024 auf bereits 31,7 Mio. € gestiegen (plus 40%). Nach Protesten von Bürgern und Politikern an einem reinen „Sportbad“ sollen die im alten Bad bei Kindern so beliebte Rutsche, der Kleinkinderbereich und der Whirlpool mit 36 Grad warmem Wasser wohl erhalten bleiben, nicht aber die Sauna. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Begrünung, Photovoltaik, Parkplätze und Außengastronomie

Beim Rewe-Markt und auch beim Hallenbad sollen Fassadenbereiche und Dächer begrünt und mit Photovoltaikanlagen bestückt werden. Zwischen beiden liegt ein großzügig dimensionierter Fußgängerbereich mit Außengastronomie. Auf dem gemeinsamen Parkplatz mit Ein- und Ausfahrten zur Kalkumer Straße und zur "Piwipp" sollen Feldahorn, Spitzahorn und Baumhasel für Grün und Schatten sorgen. Vorgesehen sind 130 Pkw- und 110 Fahrrad-Stellplätze, darunter 16 für Lastenräder.  Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Hält das alte Bad an der Mettlacher Straße bis dahin durch?

Nach dem Willen des Rates soll erst nach Öffnung des neuen Bades das alte schließen. Das ist besonders wichtig für die Kontinuität des Schwimmunterrichts und -trainings für DüsseldorferSchulen badeingang 09 21und Sportvereine. Laut Bäderchef Christoph Schlupkothen vom Juni 2024 in der Bezirksvertretung 6 kann es nur „mit erheblichem Aufwand und hohem Energieverbrauch“ weiterbetrieben werden. Immer wieder komme es zu „Havarien“. Aktuell könne nicht gesichert vorhergesagt werden, wie lange der Betrieb noch möglich ist. Bereits 2022 hieß es, dass das Stadtbad "aufgrund seines Baujahres jederzeit ausfallen kann.“ Für diesen Fall befürchten Bürger eine jahrelange Bauruine.  Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Bürgerhaus statt großzügiges Stadtteilzentrum

Am Standort des bisherigen Hallenbades sollte eigentlich zwischen Mettlacher-, Zaberner-, Kalkumer- und Eckener Straße ein „Stadtteilzentrum für Unterrath mit hoher Aufenthaltsqualität“ entstehen. Einbezogen waren mehrere Privatgrundstücke, darunter das seit Jahren brachliegende ehemalige Tankstellengrundstück an der Ecke Kalkumer-/Zaberner Straße. Inzwischen verplant die Stadt nur noch ihre eigenen Flächen (im Luftbild rot umrandet).

Luftbild Änderung 2024Die rote Umrandung mit Hallenbad, Bücherei, VHS und Zentrum Plus zeigt die ca. 8000 qm große Planungsfläche, um die es beim Workshop am 26. Juni 2024 ging. Beim Workshop vor 6 Jahren gehörte der blau umrandete/gelb markierte Bereich mit rund 3000 qm Fläche noch dazu.
Basis: Schrägluftbild, © Landeshauptstadt Düsseldorf, Vermessungs- und Katasteramt. Bearbeitung: Hans-Dieter Budde

Bei zwei öffentlichen Workshops im November 2018 und im Juni 2024 wurden die Wünsche engagierter Bürger gesammelt. Was aber beim 2. Workshop nicht bekannt war: Einen Tag später favorisierte der Stadtrat einstimmig den Bau eines „Bürgerhauses“ auf dem frei werdenden Hallenbadgelände. Das derzeitige Nebengebäude mit Bücherei, Volkshochschule und Zentrum plus soll erhalten und evtl. erweitert werden. Damit wäre das großzügige Stadtteilzentrum nicht mehr realisierbar.

In einem Flyer (hier geht es zum Download) hatte der RVDU die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den aktuellen Stand der Planungen und die neue Situation informiert. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Brief an Planungsdezernentin

Im Schreiben an Planungsdezernentin Zuschke zog Luzia Busemann ein bitteres Fazit: „Rund sechs Jahre nach dem 1. Workshop am 6. November 2018 und knapp fünf Jahre nach dem Ratsbeschluss vom 19. September 2019 zur Verlegung des Hallenbad-Standortes nach Derendorf gibt es nicht einmal ansatzweise konkrete Planungen für die zukünftige Entwicklung am Standort Mettlacher Straße.“ Angesichts der aktuellen Situation gebe es für die Unterrather keine Hoffnung, dass das versprochene Stadtteilzentrum „noch in diesem Jahrzehnt“ fertig werde. 

In ihrer Antwort widersprach Cornelia Zuschke nicht, machte aber auch keine konkreten Angaben zur Realisierung des Stadtteilzentrums. Sie „versicherte“ lediglich: "Das Projekt wird bei uns mit Priorität bearbeitet, auch wenn einige Prozessschritte vielleicht nicht direkt öffentlich sichtbar sind.“

Daran hat sich bisher nichts geändert. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Kleine Geschichte des Unterrather Hallenbades

Das Unterrather Hallenbad war nach Gerresheim das zweite in der Bauweise eines Düsseldorfer „Einheits-Bezirkshallenbad-Typs“. Eine Besonderheit ist die Außenanlage mit Liegewiese. Deshalb bezeichnete es der Wiener Architekt Prof. Grünberger im Mai 1967 bei der Übergabe  an den damaligen OB Willi Becker als "Gartenhallenbad" - und leerte bei der Eröffnung ein Glas Badewasser auf „Ex“.

Das dritte Bad dieses Typs folgte Ende 1967 in Oberkassel. Es wurde bereits im Februar 2015 wegen Einsturzgefahr geschlossen. Der Neubau, das „Rheinblick 741“, öffnete am 28. August 2021. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Hier geht’s für RVDU-Mitglieder zur Vorgeschichte der Hallenbad- und Stadtteilplanung vor 2020.