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schulwegkinderVorbeifahrende Autos räumen Schulkindern beim Überqueren von Straßen selbst in der Nähe von Schulen oft keinen Vorrang ein. Darunter sind oft auch "Elterntaxis".  (Foto: Symbolbild, KI-generiert)

Aktualisiert 7. März 2026

Umwege für Anwohner - teilweise mehr Sicherheit, aber auch neue Risken für Schulkinder - weiter freie Fahrt für „Elterntaxis“

Seit Jahrzehnten wird über die Schulwegsicherheit in Unterrath-West diskutiert. Jetzt hat die Bezirksverwaltung 6 ohne Beteiligung der Anwohner grundsätzlich entschieden:

Die Golzheimer Heide wird zwischen Krönerweg und Breisacher Straße dauerhaft zur Einbahnstraße mit Fahrtrichtung Breisacher Straße. Eine Alternative soll „geprüft werden.“

Für Anwohner der Golzheimer Heide und weiterer Straßen bedeutet das: Sie müssen das ganze Jahr über – also auch an Wochenenden und in den Schulferien - Umwege und mehr Verkehr hinnehmen.
Die Sicherheit der Kinder auf dem Weg zur St.-Bruno-Schule und zur Elsa-Brandström-Schule verbessert sich an rund 200 Schultagen in einigen Bereichen, an der Einmündung Rheinlandstraße erhöht sich dagegen die Unfallgefahr durch mehr Autos.
Die „Elterntaxis“ als Hauptverursacher der Probleme kommen streckenweise sogar besser vorwärts.

Der RVDU sagt „Nein“ zur Entscheidung und erklärt seine Bedenken.

Inhaltsverzeichnis

Die aktuelle Situation auf insgesamt zehn Schulwegen

Der Beschluss der BV6 und die Konsequenzen

Was sagt der RVDU zum Beschluss?

Erhöht die Einbahnstraße die Sicherheit der Kinder?

Warum sind "Elterntaxis" so problematisch?

Was ist bisher geschehen?

Was will der jüngste Vorschlag der Verwaltung ändern?

Im Juli 2024 gab es einen Ortstermin u. a. mit Verkehrsexperten der Stadt, Polizei, Elternvertretungen, Schulleitungen und Politikern. Rund eineinhalb Jahre später, am 3. Dezember 2025, präsentierte das  Amt für Verkehrsmanagement der Bezirksvertretung (BV 6) eine Lösung. Neben Markierungsarbeiten vor der Elsa-Brandström-Schule heißt es zusammengefasst im Verwaltungsvorschlag:  

  • Die Straße „An der Golzheimer Heide“ soll zwischen Kröner Weg und Breisacher Straße dauerhaft zur Einbahnstraße Richtung Norden werden.
  • Die Einfahrt für den Kfz-Verkehr soll nur noch über die Rheinlandstraße und die Achse Dünenweg/südliche „Golzheimer Heide“ erfolgen.
  • Die Ausfahrt bliebe damit weiterhin ausschließlich über das „Nadelöhr“ zur Breisacher Straße (gelb-totes Oval) erlaubt.

Nicht zur Diskussion gestellt wurde ein Elternvorschlag, die Einfahrt von der Breisacher Straße in die Golzheimer Heide an Schultagen von 7:30 bis 9 Uhr zu sperren (NRW Schulstrassen-Erlass).

Die Politiker der BV6 kritisierten das Vorgehen der Verwaltung, stuften die Maßnahmen als zu gering ein und vertagten eine Entscheidung. 

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Warum lehnt der RVDU dieses Verkehrskonzept ab?

Die dauerhafte Umwidmung der „Golzheimer Heide“ zwischen Kröner Weg und Breisacher Straße zur Einbahnstraße könnte zwar die Gefahrensituationen der Kinder vor allem zu den Schulanfangs- und Endzeiten mindern, aber anderswo für mehr und neue Probleme sorgen:

So würde der Verkehr auf Dünenweg , Rheinlandstraße und südlicher „Golzheimer Heide“ weiter zunehmen

Angesichts teilweise sehr schmaler Bürgersteige und fehlender Radwege würden so auch Schülerinnen und Schüler zu weiterführenden Schulen in Golzheim noch stärker als bisher gefährdet.

Anwohner müssten auf dem Heimweg lange Umwege fahren.

An Dünenweg und Rheinlandstraße müssten Einfahrtbeschränkungen für Nicht-Anwohner in eine uneingeschränkte Durchfahrtgenehmigung für alle umgewandelt werden.

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Die aktuelle Situation auf insgesamt zehn Schulwegen

uebersicht karteAuf dem Weg zur „Golzheimer Heide“ und zum Krönerweg (in der Karte blau) werden acht weitere Straßen (rot) zusätzlich von den Anwohnern, von Schul- und Kita-Kindern, ihren Begleitpersonen und „Elterntaxis“ genutzt.

An der "Golzheimer Heide" liegen

• die Grundschulen Elsa-Brandström und die St.-Bruno mit rund 450 Schülerinnen und Schülern (hellrote Fläche)
• das AWO-Familienzentrum und mit etwa 70 Kindergartenplätzen (hellblaue Fläche)
• die Lebenshilfe-Wohnstätte (lila Fläche),
• Ein- und Mehrfamilienhäuser mir ca. 340 BewohnerInnen (gelbe Flächen)
• die Kleingartenanlage „Auf der Heide“ (hellgrüne Fläche, Zugang auch vom Dünenweg).

Die Zufahrt ist derzeit noch von Norden und Süden über die rot markierten Straßen möglich.
Die Ausfahrt ist ausschließlich über ein 80 Meter langes „Nadelöhr“ der Golzheimer Heide zur Breisacher Straße erlaubt.   Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Der Beschluss der BV6 und die Konsequenzen

uebersicht luftbild

Die Golzheimer Heide soll laut einstimmigem Beschluss der BV6 auf einer Länge von 330 Metern zwischen Krönerweg und Breisacher Straße zur Einbahnstraße werden (blau-rote Linie).
Radverkehr bleibt in beiden Richtungen erlaubt.
Autos kommen dann nicht mehr von der Breisacher Straße aus, sondern ausschließlich über Rheinlandstraße und Dünenweg zu den Einrichtungen und Wohnbereichen.
Die Durchfahrtsperre auf dem Krönerweg bleibt unverändert.

Zusätzlich wird im Beschluss „die Verwaltung gebeten, zu prüfen“, ob als Alternative von Montag bis Freitag von 7:30 Uhr bis 9:30 Uhr die Zufahrt von der Breisacher Straße in die „Golzheimer Heide“ gesperrt werden kann – wenn nicht sofort, dann eventuell später.
(Den gesamten Beschluss mit Ergänzungen lesen Sie hier) (Verlinkung pdf). 
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 Was sagt der RVDU zum Beschluss?

Die Ergänzung entspricht dem, was der RVDU Politikern und Verwaltung mehrfach vorgeschlagen hatte:
Zunächst sollte eine zeitlich begrenzte Einfahrtsperre von der Breisacher Straße aus erprobt werden. Parallel sollten Maßnahmen zur Reduzierung der "Elterntaxis" und sichere Fußwege für die Kinder  erarbeitet, umgesetzt und beobachtet werden.
Danach soll über weiterreicheinde Verkehrsregeln entschieden werden.

Die Politiker der BV6 haben jetzt im ersten Schritt die Einbahnstraße beschlossen. Sie überlassen es der Verwaltung, ob und wann die weniger tiefgreifende Alternative eingeführt wird.

Nach bisherigen Erfahrungen mit der Verwaltung muss man wohl davon ausgehen, dass im ersten Schritt die Einbahnstraße kommt und die „Prüfung“ und ggf. Umsetzung der Alternative dauert.
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 Erhöht die Einbahnstraße die Sicherheit der Kinder?

Die Einbahnstraßenregelung soll laut Verwaltungsvorlage „dem teils trubeligen Verkehrsaufkommen im Schulbereich entgegenwirken“. Das entstehe insbesondere dadurch, dass parkende Autos an vielen Stellen eine Fahrspur blockieren, Fahrzeuge im Gegenverkehr in Hauseinfahrten und sogar auf Bürgersteige ausweichen. Dadurch würden Schulkinder und Begleiter, die zu Fuß, per Rad oder Roller unterwegs sind, oft von der Fahrbahn abgedrängt oder auf Bürgersteigen gefährdet.

nadeloehrDazu der RVDU: „Trubelig“ bleiben wird es trotz  Einbahnstraßenregelung vor der Einmündung der Golzheimer Heide in die Breisacher Straße (Foto). Die schmale Rest-Fahrbahn ermöglicht auch als Einbahnstraße keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen Autos und entgegenkommenden Fahrrädern. Die Ausweichmanöver auf den Bürgersteig dürften allerdings entfallen, weil von der Breisacher Straße aus keine Autos einfahren dürfen.

Kritischer werden könnte die Lage an der Ecke Rheinlandstraße/Krönerweg/An der Golzheimer Heide. Durch Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen und mehr Verkehr aufgrund des Einfahrverbotes von der Breisacher Straße erhöht sich die Zahl der Autos und „Elterntaxis“.
Um Radfahrende und Kinder schon jetzt besser zu schützen, schlägt der RVDU anstelle der allgemein gültigen Rechts-vor-link-Regel an der Einmündung Rheinlandstraße das Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ (umgedrehtes Dreieck) und Fahrbahnmarkierungen vor.
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Warum sind „Elterntaxis“ so problematisch?

Neben den Autos der Anwohner werden die Straßen regelmäßig u. a. von Besuchern, Handwerkern, Paketdiensten, Müllwagen, Ver- und Entsorgungsdiensten, Lehrkräften und anderen Beschäftigen befahren. Dazu kommen zu den Anfangs- und Schlusszeiten der Schulen zahlreiche so genannte „Elterntaxis“.

elterntaxiAm Steuer von Elterntaxis sitzen Eltern, die ihre Kinder mit ihrem Auto zur Schule fahren, damit diese nicht von anderen Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, angefahren werden.    (Foto: Symbolbild, KI-generiert)

Dabei verstoßen viele - insbesondere in den Zugangsbereichen beider Grundschuen - immer wieder gegen Halteverbote, parken und halten auf Gehwegen, missachten Durchfahrts- und Einfahrverbote, lassen Kinder in Halteverbotszonen aussteigen und an markierten Stellen nicht über die Straße. So gefährden sie letztlich den Schulweg aller Kinder. Ihr Verhalten erzeugt auch bei anderen Verkehrsteilnehmern Stress-Situationen und damit weitere Unfallgefahren.
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 Was ist bisher geschehen?

Mit Schildern und Fahrbahnmarkierungen wurden die Zugänge zu den Schulen teilweise sicherer gestaltet. Die Polizei kontrolliert regelmäßig.

Das Problem: „Elterntaxis“ und andere VerkehrsteilnehmerInnen lassen sich sogar dadurch nicht vom Fehlverhalten abschrecken.

An der Breisacher Straße wurde eine Hol- und Bringzone eingerichtet. Hier sollen Autos nur zum Aus- und Einsteigen der Kinder halten.

Das Problem: Immer wieder parken Eltern dort länger als 3 Minuten, begleiten ihre Kinder bis zum Schultor und blockieren so den Bereich.

laufbushaltEs wurden „Laufbus“-Haltestellen an der Kehler Straße und an der Brunokirche eingerichtet, an denen sich Kinder treffen und mit einer Begleitperson zur Schule gehen. 

Das Problem: Begleitpersonen stehen nicht regelmäßig zur Verfügung. 

Die Schulen bitten Eltern immer wieder, auf „Elterntaxis“ im Bereich der Schule zu verzichten und mit ihren Kindern gemeinsam Schulwege mit Bus und Straßenbahn, zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden und zu erproben.

Das Problem: Eltern stufen Fußwege als gefährlich oder unzumutbar ein. Sie nehmensich oft nicht die Zeit, Schulwege mit ihren Kindern gemeinsam zu erkunden. Viele verbinden den ohnehin notwenigen Weg mit dem Auto zur Arbeit mit einem Umweg zu den Grundschulen.

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Wie geht es weiter?

Der RVDU hat sich vor der Sitzung persönlich an alle 19 Mitglieder der Bezirksvertretung gewandt. Er schlägt – wie bereits oben beschrieben - einen „runden Tisch“ mit allen Beteiligten vor. Diese Idee wurde von allen Parteien begrüßt und soll jetzt umgesetzt werden.

Außerdem setzt sich der RVDU dafür ein, dass die Schulwege für Kinder zu Fuß, dem Fahrrad oder auf dem Roller sicherer werden. Ziel muss es sein, möglichst viele „Elterntaxis“ im Schulbereich überflüssig zu machen.   

RVDU-Vorsitzende Luzia Busemann begleitete die Rheinische Post bei einer Recherche-Rundfahrt und erläuterte dabei die Bedenken des Vereins. Zum Artikel

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Ihre Teilnahme ist gefragt!

Für die Vorbereitung eines „Runden Tisches“ mit Politik, Verwaltung, Polizei. Schulen, Anwohnern und weiteren Betroffenen fragt der RVDU:

  • Wie beurteilen Sie als Anliegerinnen und Anlieger, aber auch als Eltern von schulpflichtigen Kindern die aktuelle Verkehrssituation?
  • Was sagen Sie zur vorgeschlagenen Einbahnstraßenregelung?
  • Was schlagen Sie als alternative Lösungen für die Verkehrsprobleme und das Zurückdrängen der Elterntaxis vor?

Bitte schreiben Sie uns eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Wir sammeln alle Informationen und Meinungen für die Vorbereitung des „Runden Tisches“. 

Bisherige Stellungnahmen und Vorschläge

Bisher haben sich bereits eine ganze Reihe von Mitgliedern, Anwohnern und Eltern gemeldet. Hier einige Auszüge, die der RVDU zur Diskussion stellt:

  • großflächige Einbahnstraßenregelung für alle Straßen des Gebietes
  • Schwellen zur Verlangsamung der Geschwindigkeit
  • Treffpunkte für „Laufbusse“ deutlich beschildern, von beiden Grundschulen nutzen und zusätzliche Haltestellen einrichten.
  • „Schulweghelfer“ einsetzen, die bereits 2015 der BV6 seitens der Verwaltung vorgeschlagen wurden.
  • Montags bis freitags zwischen 7:30 und 9 Uhr Verbot der Einfahrt von der Breisacher Straße in die „Golzheimer Heide“ eine Durchfahrtssperre zwischen Golzheimer Heide und Rheinlandstraße laut NRW Schulstrassen-Erlass- zumindest als zeitlich begrenzten Test.
  • Durchfahrtssperren mit herausnehmbaren Pollern zwischen Golzheimer Heide und Rheinlandstraße (wurde schon einmal von der Bezirksvertretung abgelehnt).
  • Versetzung der Durchfahrtssperre auf dem Krönerweg in Richtung Golzheimer Heide, damit AWO-Kindergarten und Lebenshilfe-Einrichtung auch von Westen her mit KFZ erreichbar sind. 
  • Golzheimer Heide und Krönerweg als Fahrradstraßen ausweisen
  • auf keinen Fall eine Öffnung des Krönerweges, die einen Schleichweg zwischen Unterrath und Stockum wieder öffnen sowie eine erhöhte Gefährdung der Kitakinder und BewohnernInnen der Lebenshilfe bedeuten würde
  • Schrankenlösung für die Zufahrten zum Parkplatz vor dem Eingang der Elsa-Brandsström-Schule und dem Rumpfstück Richtung Grünzug. Zugangscodes nur für Anwohner und Schulpersonal
  • Hol- und Bringzone als „Rundverkehr“ für Elterntaxis zwischen TuS-Rollhockey-Halle und Projektbüro U 81 mit gesichertem Übergang Eckenerstraße zum Grünzug Richtung Schulen und KITA.

Ganz wichtig sind fast allen, die sich bisher zu Wort gemeldet haben, regelmäßige Kontrollen und die  konsequente Ahndung von Verstößen.

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